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Handbuch Moderne Wundversorgung



Vakuumversiegelung


Die Anfänge der Vakuumversiegeluung in der Abdominalchirurgie

(Hinweis: Redonflaschen als Vakuumquelle zu nutzen ist machbar, aber gesetzlich nicht korrekt. Der Einsatz von elektrischen Pumpen ist gesetzlich geregelt. Sie geben bei Vakuumverlust, Blutung und Undichtigkeiten Alarm. )


Die Vakuumversiegelung wurde in Deutschland von Dr. Fleischmann (Ulm) entwickelt. Sie ist seit 1987 soweit standardisiert, daß sie inzwischen zum Alltag vieler Kliniken gehört.
Große Erfolge gab es in der Behandlung von Weichteilschäden bei offenen Frakturen und der Behandlung von chronischen Wunden. (A)
Die Vakuumversiegelung ist leicht erlernbar. Verwendet wird ein offenporiger Polyvinylalkohol- oder Polyurethanschaum, in den Drainagen eingebracht sind. Die Ausleitung der Drainagen erfolgt über den Wundrand oder über einer Vakuumplatte.
Durch eine Polyurethanfolie wird das Wundgebiet abgeschlossen. Ein Unterdruck von bis zu 250 mmHG  entsteht im Versiegelungssystem durch eine  Pumpe.
Vorteile des Verfahrens sind ein sicherer Schutz der Wunde, vollständiges Absaugen von Wundsekreten und Stimulation einer raschen Bildung von gut durchblutetem Granulationsgewebe. (B)


Indikationen:
 (C)
- Therapieresistente Wunden
- Weichteilschäden, bei denen ein Primärverschluß unmöglich oder unerwünscht ist
- Akute Weichteilinfektionen
- Chronische Wunden  




Abbildung 2
Das Entfernen des Verbandes erfolgt
atraumatisch, da der Schwamm mit
dem Granulationsgewebe nicht verklebt.

Anwendung:

Der Schwamm wird der Wunde entsprechend zugeschnitten. Eine lockere Füllung der Wundhöhle mit dem Schwamm ist nötig. Es folgt die Fixierung der Redon-Drainage zwischen zwei Gelkissen. Manchmal ist es hilfreich, das Gelkissen mit Folie gegen verrutschen zu sichern.
Das Versiegeln wird mittels einer Polyurethanfolie vorgenommen, die das Wundgebiet deutlich überragt. Die ausgeleiteten Drainagen werden in Sandwichtechnik eingebettet (Abb. 1).
Der erste Verbandswechsel erfolgt nach 3, die folgenden alle 5 Tage.
Die gezeigte Wunde wurde nach einem weiteren Verbandswechsel sekundär vernäht (Abb. 2).

Quellen:
A: KCI,Vakuumversiegelung bei Problemwunden (1997)
B: Dr. Fleischmann Vakuumversiegelung zur Behandlung des
   traumatischen Weichteilschadens, ( Unfallchirurg 1995)
C: KCI Wundversorgung, Informationsheft (1997)